Während meiner jetzt schon fast zehnjährigen Fotografengenese habe ich insbesondere durch das Internet doch etliche Erkenntnisse gewonnen und einiges versucht bei meinen Bilder anzuwenden.
Das erste, was ich zu hören bekam, als ich meine ersten Fotos voller Stolz im Netz präsentierte war das vernichtende Wort "mittig". Früher war es für mich ganz selbstverständlich, dass ich das, was ich im Foto als das Wichtigste ansah, auch in die Mitte setzte, inklusive Horizont und es hat mich eigentlich nie gestört. Heute ist es natürlich eine Sünde. Ich lernte etwas über den "Goldenen Schnitt", also die Aufteilung des Bildes in neun gleichgroße Rechtecke oder anders gesagt, die Teilung des Bildes durch jeweils zwei senkrechte und waagerechte Linien. An den Schnittpunkten sollten sich die dominierenden Bestandteile des Motivs befinden. Es ist wirklich elementar, das habe ich eingesehen. Die Fotos werden einfach interessanten und beginnen manchmal sogar, eine Geschichte zu erzählen.
Doch es ist auch ein Korsett. Es zwingt einen zur gezielten Bildgestaltung. Ich muss in die Knie gehen beim Fotografieren oder vielleicht auf einen Stein klettern, um das Bild so hinzubekommen, dass es dem goldenen Schnitt wenigsten halbwegs entspricht. Es klappt nicht immer. Manchmal muss man diese Regel auch gezielt durchbrechen. Ein Motiv, das von Symmetrie getragen wird muss auch mittig fotografiert werden oder ein durch einen See gespiegeltes Motiv, da muss meist der Horizont auch in der Mitte liegen.
Ein weiteres gestalterisches Merkmal das ich lerne war: Linien im Motiv zu finden. Linien, seien es die eines Waldweges, eines Flusslaufes oder nur die Linie die einzelne Bäume in der Landschaft bilden. Linien bringen Dynamik und Tiefe ins Bild und sie können den Betrachter durch das Bild führen.