I love postcards

Nun das sagt eigentlich viel über meine Motive aus. Für "ernsthafte" Fotografen bin ich daher keine Konkurrenz. Meine Lieblingsmotive sind in erster Linie die landschaftlichen Schönheiten meines Heimatlandes Mecklenburg - Vorpommern. Die abwechslungsreiche Landschaft mit ihrer Hügellandschaft, Ihren Flüsschen, den unzähligen Seen und natürlich der herrlichen Ostseeküste bietet zu jeder Zeit Motive ohne Ende.

Ich mag Motive, die einfach schön sind, die mir gefallen. Eine herrliche Landschaft mit blauem Himmel und weißen Wölkchen - da raucht der Fokus. Landschaftsfotografie wird leider oft abfällig beurteilt und hat in Internet-communitys oft einen schweren Stand. Aber in meinem persönlichen Umfeld kommen meine Fotos meist sehr gut an und das soll mir Ansporn genug sein.

Ist Landschaftsfotografie wirklich so einfach?

Nun, man kann heutzutage sein Handy nehmen, es mit gestrecktem Arm vor sich halten, abdrücken und fertig ist die Landschaft. Obwohl Handyfotos manchmal erstaunliche Ergebnisse bringen - richtige Landschaftsfotos sind eher nicht zu erwarten. Zumal dann, wenn die Lichtverhältnisse schwierig werden für die stecknadelkopfgroßen Linsen. Gut, für Landschaftsfotografie ist die benötigte Ausrüstung nicht so aufwändig wie für Studiofotografen, eine Kamera, mindestens ein gutes Objektiv, für mich besonders wichtig dabei der Weitwinkel und ein Stativ, das man auch nach 10 km Marsch noch tragen kann.

Wo sind die Motive?

Die nähere Umgebung bietet vielleicht keine besonders sehenswerte Landschaft - also ab ins Auto und das Umfeld sondieren. Da kommt schon mal das Geld für die notwendige Beförderung ins Spiel.

Als nächstes Problem kommt mit der Tageszeit, zu der Fotografiert werden sollte. Das zweite, was ich lernte war: "Mittags fotografiert man nicht!" Das sah ich ja erst sehr zögerlich ein, denn dann, wenn die Sonne so richtig schön scheint und alles hell ist, soll ich nicht … ? Es dauerte einige Zeit und ich sah es ein. Die Kontraste sind mittags einfach zu stark und Überstrahlungen in sonnenbeschienen Stellen doch recht störend im Foto. Das bedeutet also für ein Wochenende, das dem Fotografieren geopfert werden soll, der Tagesablauf muss darauf abgestimmt werden. Früh morgens raus um zehn Uhr spätestens Fotoende und abends geht's dann wieder weiter. Da lob ich mir die Herbst und Winterzeit, da braucht man sich darum weniger zu kümmern.

Früh aufstehen am Wochenende, wo man das doch schon die ganze Woche über macht? Grausam. Für eindrucks- und stimmungsvolle Fotos aber das Nonplusultra. So, man guckt am Vorabend auf die Landkarte und sucht den Ort, der die vermutlich schönsten Motive bieten könnte. Dann schafft man es früh aufzustehen, setzt sich ins Auto, fährt 50-100 km und wenn man ankommt beginnen statt des erhofften Sonnenaufgangs die ersten tropfen zu fallen. Sch… . Nun will ich nicht sagen, dass man auch bei düsterem Himmel tolle Stimmungen erfassen kann, bei einheitlich grauer Suppe - eher hoffnungslos. Eine Fahrt umsonst.

Kaum ist man zu Hause reißt die Wolkendecke auf - aber mittags fotografiert man ja nicht. Also Hoffnung auf einen schönen Sonnenuntergang. Hat man vielleicht die vorletzten Strahlen der Sonne noch für ein paar Fotos nutzen können - pünktlich zum Sonnenuntergang ziehen Wolken auf oder die Luft ist so klar und die Sonne brennt sich selbst am Horizont noch ins Objektiv. Man sieht, so einfach ist es auch nicht anspruchsvolle Landschaftsaufnahmen zu machen. Oft hilft der Zufall, der statt der erwarteten Motive ganz anderes Tolles hervorbringt.